Mészáros Pál Borászat: von Bienenfressern und Cabernet Franc

Winzer Mészáros Pál und sein Sohn Péter zwischen Rebzeilen im sommerlichen Weinberg des Familienweinguts bei Szekszárd

Wer verstehen will, warum Szekszárd in Südungarn zu den spannendsten Rotweinregionen des Landes zählt, könnte bei der Mészáros Pál Borászat (Mészáros Pál Weingut) anfangen.

Eine Winzerfamilie mit Kékfrankos im Herzen

Mészáros Pál stammt aus einer Winzerfamilie. Schon sein Urgroßvater war in Szekszárd Hegybíró (wörtlich „Bergrichter“, heute der Verwalter der örtlichen Weinbaugemeinde). Pál studierte Agrarwissenschaften, arbeitete zunächst als Pflanzenbauer und pflanzte mit 26 Jahren seinen ersten eigenen Weinberg. 2016 wählte ihn die Magyar Bor Akadémia zum „Winzer des Jahres“ (Év Bortermelője), eine der wichtigsten Ehrungen für ungarische Winzer (MUOSZ, Privátbankár). Heute bewirtschaftet die Familie mehr als 160 Hektar, sein Sohn Péter und seine Tochter Zsanett arbeiten im Betrieb mit.

Seine Haltung fasst Pál in einem Satz seines Großvaters zusammen: „Mein Sohn, der Weinberg ernährt den Hof, aber der Hof ernährt keinen Weinberg.“ Und er fügt hinzu: „Seitdem zieht mich der Weinbau auf ganz besondere Weise an.“

Das passt gut zu kekfrankos.de. Mészáros hat ein Konsortium geleitet, das 188 Klone des Kékfrankos (Blaufränkisch) über drei Jahrgänge geprüft hat, gemeinsam mit der Universität Pécs und weiteren Winzern. Hier findest du den Projektbericht. Ein einzelner Favorit wurde bewusst noch nicht ausgerufen, dafür braucht es weitere Jahrgänge. Auch dem Kadarka widmet sich das Haus, auf rund 10 Hektar und teils mit einem eigenen Klon.

Gereift werden die Weine in Barriques und großen Holzfässern, in einem über 250 Jahre alten Keller mitten in Szekszárd. Im neuen Merops Hotel können Gäste direkt vor Ort übernachten. Der Name führt uns zum ersten Wein.

Beleuchteter Gewölbekeller aus Ziegeln mit Rundbögen, Kronleuchter und Holzfass in der Mészáros Pál Borászat in Szekszárd
Der über 250 Jahre alte Keller der Mészáros Pál Borászat in der Innenstadt von Szekszárd

Ohmerops Cuvée: Ein Wein für den Bienenfresser

Diesen Wein wollte ich zuerst vorstellen, vor allem wegen seiner Geschichte. Er stammt aus der Lage Malomoldali (von der Mühlenseite). Dort wachsen auf drei Terrassen oben Merlot, darunter Cabernet Sauvignon und ganz unten Cabernet Franc. Zwischen den Terrassen stehen hohe Lösswände, und in ihnen graben Bienenfresser ihre Nisthöhlen. Der Vogel ist streng geschützt und typisch für Szekszárd. Sein lateinischer Name Merops steckt im Namen des Weins.

Die Vögel fressen die Insekten, die den Reben schaden. Deshalb verzichtet das Weingut auf Insektizide. So ziehen die Vögel ihre Jungen gesund auf, und die Reben bleiben geschützt. Die Winzer nennen das Symbiose. Mit diesem Wein danken sie der Natur, ohne deren Hilfe er nicht entstanden wäre. Ein Wein kann kaum eine schönere Geschichte erzählen.

Auch im Glas überzeugt er. Die Trauben werden von Hand in 15-kg-Kisten gelesen, erst als Trauben und dann als einzelne Beeren verlesen. Nur makellose Beeren kommen in den Gärbehälter. Es folgen 21 Tage Maischegärung mit schonender Mazeration und zwei Jahre im Eichenfass. Der Wein duftet nach Backpflaume und Schlehenmarmelade. Er ist farbintensiv, komplex und harmonisch, ein eleganter, harmonischer Szekszárder.

Barrique-Fässer aus Eichenholz lagern gestapelt in roten Metallgestellen im Fasskeller der Mészáros Pál Borászat in Szekszárd, Ungarn
Reihen von Barrique-Fässern im Keller der Mészáros Pál Borászat in Szekszárd

Hidaspetre Cabernet Franc Reserve: Eine Szekszárder Spezialität

Der zweite Wein trägt den Namen einer der besten Lagen Szekszárds. Sie liegt nach Südosten, mit schwerem Lehm- und Kalkboden. Die Reben sind 35 Jahre alt, der Ertrag wird begrenzt, und im Keller läuft derselbe Ablauf wie beim Cuvée: Handlese, doppelte Selektion, 21 Tage Maischestandzeit, zwei Jahre Eichenfass.

Cabernet Franc stammt ursprünglich aus Bordeaux. In Szekszárd wird er seit über 120 Jahren angebaut. Anderswo dient er oft als Cuvée-Partner, hier entstehen aus ihm großartige reinsortige Weine. Für mich gehört er neben Kékfrankos, Kadarka, Bikavér und Siller zu den wichtigen Spezialitäten der Region.

Der Wein ist dunkelrot. Er duftet nach Backpflaume und rotbeerigen Waldfrüchten, dazu kommen durch die Fassreife feine Noten von Vanille und Zimt. Am Gaumen wirkt er rund und fruchtig, hat eine klare Linie und einen langen, würzigen Abgang. Er ist kraftvoll, mit großem Potenzial zur Lagerung.

Warum gerade diese beiden?

Der Ohmerops und der Cabernet Franc waren vor vielen Jahren die ersten Weine von Mészáros, die ich verkostet habe, und sie haben mich bis heute nicht losgelassen. Sie zeigen, was Szekszárd ausmacht: Weine, die in der Natur verwurzelt sind und mit ihrer Eleganz überzeugen.

Quelle: Vorstellungsmaterial des Weinguts & Bilder von der Mészáros Pál Borászat und von meszarosborhaz.com: Kékfrankos-Klonselektion

Weitere Quellen: muosz.hu: Artikel über Mészáros Pál, privatbankar.hu: Ő lett az év bortermelője (2016)

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