Caldamentum Szőlőbirtok: ein Mikroweingut

István Keller transportiert frisch geerntete Trauben mit der Schubkarre durch die Weinberge des Caldamentum Szőlőbirtok

Vor Kurzem hatte ich am Telefon ein wirklich schönes Gespräch mit István, dem Winzer von Caldamentum Szőlőbirtok (Caldamentum Weingut). Er hat mir im Anschluss freundlicherweise diesen wunderbar persönlichen Vorstellungstext über sein Weingut zusammen mit einigen Bildern per E-Mail zukommen lassen. István ist ein bemerkenswert offener, herzlicher junger Winzer, der mich spontan zu sich eingeladen hat, sobald ich wieder in Szekszárd bin – eine schöne Geste, die zeigt, mit welcher Gastfreundschaft man dort sein Weingut und seine Weine teilt.

Lage und Hintergrund

Unser Weingut liegt im Weinbaugebiet Szekszárd – bekannt vor allem für Kékfrankos, Kadarka und Bikavér –, genauer gesagt in Szekszárd selbst, im Porkoláb-völgy (Porkoláb-Tal). Im Grunde betreiben wir zu zweit, meine Frau und ich, ein sogenanntes Mikroweingut. Wir beide haben übrigens eine gärtnerische und pflanzenschutztechnische Ausbildung – ich als Winzer/Weinbauer, Klári im Bereich Zierpflanzenbau. Unsere erlernten Berufe können wir auch beim Weinanbau gut einsetzen.

Die gesamte Rebfläche beträgt derzeit zwei Hektar, verteilt auf mehrere kleinere Parzellen. Unsere Weinberge liegen in zwei Fluren, im Porkoláb-völgy und im Csötönyi-völgy (Csötönyi-Tal). Das Unternehmen habe ich 2016 gegründet – damals haben wir den Keller, das Presshaus und das dahinterliegende Grundstück gekauft. Bis zum ersten Jahrgang (2021) lag viel Arbeit hinter uns, denn mit Ausnahme des Kadarka haben wir sämtliche Rebstöcke selbst gepflanzt. Viele Parzellen mussten wir aus komplett verwildertem Zustand erst wieder anbaufähig machen, während gleichzeitig Keller und Verarbeitungsraum instand gesetzt werden mussten. Bis heute machen wir alles in Eigenregie. Wir gehen in kleinen Schritten voran – es gibt immer noch neu gepflanzte Rebflächen, die noch keinen Ertrag bringen, und sofern sich die Möglichkeit ergibt, möchten wir auch weiter wachsen. Kurz zusammengefasst: Vieles ist noch im Werden, aber es gibt bereits Weine von uns im Verkauf, viele Gäste besuchen uns, und wir sind auch auf zahlreichen Ausstellungen und Weinpräsentationen vertreten.

István Keller geht durch die Weinreihen des Caldamentum Szőlőbirtok im Porkoláb-Tal bei Szekszárd
István Keller in seinem Weinberg, Caldamentum Szőlőbirtok

Rebsorten und Weinbergarbeit

Bei der Sortenwahl wollten wir der rotweinbetonten Tradition des Weinbaugebiets Szekszárd folgen – mit Ausnahme einer einzigen weißen Sorte bauen wir daher ausschließlich Blauweinsorten an. Wir arbeiten mit folgenden Sorten: Kadarka, Merlot, Cabernet Sauvignon, Turán, Csókaszőlő, Purcsin und Cirfandli.

Beim Weinbau gelten für uns folgende Grundprinzipien: Vor der Pflanzung sorgen wir für eine gründliche Bodenvorbereitung und reichliche organische Düngung, außerdem setze ich Mykorrhizapilze an die Rebwurzeln. In die Rebzeilen säe ich nach der Pflanzung eine Leguminosen-Saatmischung, damit die heranwachsenden Pflanzen den Luftstickstoff binden und so den Boden anreichern. In den bereits im Ertrag stehenden Weinbergen liegt die Höchstmenge bei 1 kg Trauben pro Rebstock. Im Pflanzenschutz verwende ich gegen Pilzkrankheiten ausschließlich Kupfer und Schwefel. Als Blattdünger setze ich zudem selbst hergestellte Brennnesseljauche ein. Es gäbe noch viele weitere Arbeiten und bewährte Praktiken im Weinberg zu beschreiben – der Kerngedanke dahinter ist jedoch, dass wir großen Wert auf den Zustand der Rebpflanze legen, um ein hochwertiges Grundprodukt (die Trauben) zu erreichen.

Gewölbekeller des Caldamentum Szőlőbirtok mit Amphore und Holzfässern zur Weinreifung
Gewölbekeller Caldamentum Szőlőbirtok

Weinbereitung

Bei der Weinbereitung folge ich einer Art Minimaltechnologie. Kurz zusammengefasst bedeutet das: Ich setze so wenige technologische Eingriffe wie möglich ein, sodass sich der Wein quasi von selbst macht. Dadurch treten der Jahrgangscharakter und die Eigenheiten der Lage stärker im Wein hervor. Derzeit stelle ich sortenreine Weine her. Unsere Weine sind ungefiltert und ungeschönt. Als einziges Zusatzmittel verwende ich Schwefel. Aus Gründen der Schonung setze ich auch keine Pumpe ein – die Weine werden mittels Schwerkraft bewegt. Wir lesen von Hand, nach spontaner Gärung reifen die Weine im Keller mindestens ein Jahr lang. Zur Reifung verwende ich unterschiedlich getoastete Holzfässer (Eiche, Akazie) sowie Amphoren.

Quelle: Text & Bildmaterial zur Verfügung gestellt von István Keller, Caldamentum Szőlőbirtok

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